Umweltgifte – Die unsichtbare Bedrohung der Gesundheit

Man sieht, riecht und schmeckt sie nicht, doch sind sie permanent um uns herum – und es werden immer mehr. Umweltgifte beherrschen unseren Alltag, ohne dass wir es mitbekommen. Sowohl unser Wasser, der Boden und die Luft als auch Pflanzen und Tiere werden negativ von ihnen beeinflusst. Und auch am menschlichen Körper gehen sie nicht spurlos vorbei. Dabei reicht teilweise schon allein das Atmen, um die schädlichen Stoffe aufzunehmen.

Schadstoffaufnahme über Nahrungsmittel

Quecksilber, Blei und Pestizide – Und das sind nur einige wenige der Stoffe, die dem Körper schaden. Inzwischen ist es fast unmöglich ein Produkt zu finden, dass komplett frei von jeglichen Giften ist. Selbst der Anbau von Lebensmitteln im eigenen Garten birgt seine Gefahren. Auch wenn Pestizide nicht eingesetzt werden, um Gemüse, Obst und Kräuter vor dem Schädlingsbefall zu schützen, so finden Mikroplastiken oder Blei spätestens mit dem Grundwasser ihren Weg in die Lebensmittel. Besonders an stark befahrenen Straßen ist die Konzentration der Umweltgifte im Boden relativ hoch.

Und auch Nutztiere tragen die unsichtbaren Gefahren in sich. Schweine, Rinder und Geflügel werden mit Antibiotika gefüttert um so viele Tiere wie möglich auf engstem Raum halten zu können. Die Medikamente sollen eine Vermehrung von resistenten Bakterien verhindern, gelangen über das Steak oder das Schinkensandwich jedoch auch ungehindert in unseren Körper.

Automatisierung, Luxus und Bequemlichkeit als Auslöser

Reportagen und Berichte über die Ozeane und Wälder verdeutlichen, warum das Grundwasser verseucht ist, Fische mit Mikroplastik belastet sind und Wildtiere immer mehr Müll zu sich nehmen und sich aus Mülltonnen bedienen. 
Die Ursachen sind vielfältig: Zunehmende Urbanisierung, Belastungen durch Industrie und Tourismus, rücksichtsloses Verhalten des Einzelnen bei der Müllentsorgung oder auch versteckte Stoffe in unseren Konsumgütern. Mikroplastik und Weichmacher beispielsweise sind in nahezu jedem Badezimmer in der Zahnpasta oder dem Duschbad zu finden. Angespülte Coladosen oder Plastiktüten am Strand sind keine Seltenheit mehr und auch achtlos entsorgter Müll am Wegesrand oder im Wald stellen ein enormes Problem dar.
 
Während die Digitalisierung und Automatisierung stetig voranschreitet, steigt mit ihr auch die Belastung der Umwelt durch die schädlichen Stoffe. Mehr Autos, Maschinen, Hotels und Kreuzfahrtschiffe bedeuten gleichzeitig auch mehr Feinstaub und viele andere Umweltgifte. In Industriegebieten und Werken kommen Jahr für Jahr neue Anlagen hinzu und die Textilindustrie nutzt chemische Mittel, um die Farben strahlender erscheinen zu lassen und Kleidermotten und andere Textilschädlinge fernzuhalten.

Eine lange, giftige Liste

UmweltgiftGelangt in unseren Körper überMögliche Folgen bei einer Überbelastung
BleiWird freigesetzt bei der Herstellung und dem Recycling von AutobatterienSchwäche, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und Magenschmerzen, Nervenschäden, Unfruchtbarkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen, Konzentrationsprobleme
QuecksilberWird freigesetzt beim Golfbergbau, von Kohlekraftwerken ausgestoßen, teilweise auch in Energiesparlampen enthalten, enthalten in Zahnfüllungen aus Amalgam, auch in Speisefischen zu findenWesensveränderungen, nachlassendes Kurzzeitgedächtnis, leichte Erregbarkeit und Zittern, Schwächung des Immunsystems, Nervenschädigungen, Krämpfe, Lähmungen
Sechswertiges ChromGelangt durch Gerberei- und Lederindustriebetriebe ins Abwasser, auch in Kochgeschirr aus Edelstahl enthaltenErhöhtes Krebsrisiko
PestizideIn und auf Lebensmitteln, wird in der Landwirtschaft freigesetzt, können durch Regenfälle ins Oberflächen- und Grundwasser gespült werdenauterkrankungen, Fruchtbarkeitsschäden, Entwicklungsstörungen bei Neugeborenen und Krebs
RadionukleideWerden beim Abbau von Uran freigesetzt, Belastung auch durch radiologische Produkte in der Medezintechnik oder der AtomenergieproduktionStoffwechselstörungen, Erhöhtes Krebsrisiko
CadmiumEntsteht in der Düngemittelherstellung, wird beim Kupfer-Bergbau freigesetzt, in Batterien, Farbpigmenten, fossilen Brennstoffen, Lötmetallen, Rostschutzmitteln und Zigaretten enthaltenDurchfall, Magenschmerzen, Knochenbrüche und der Verlust des Geruchssinnes, Nierenschäden, Psychische Störungen, Unfruchtbarkeit, Nervenschäden, Krebserkrankungen
MikroplastikZahnpasta, Körperpeeling, Kosmetik, Babywindeln, Reifenabrieb, Kleidung und Teppiche mit synthetischen Fasern, entsteht beim Zerfall von Kunststoffprodukten, gelangt schnell ins Abwasser, ein großes Problem auch bei unsachgemäßer MüllentsorgungNoch nicht ausreichend erforscht
WeichmacherIn vielen Produkten und Verpackungen aus Plastik enthalten, z.B. Kinderspielzeug, PlastikflaschenDiabetes, Übergewicht, Brustkrebs, Asthma und Atemwegserkrankungen, Unfruchtbarkeit

Pestizid-Belastung der Luft in Deutschland

Eine aktuelle Studie des Ingenieurbüros „TIEM-integrierte Umweltüberwachung“ (Quelle: TIEM-Integrierte Umweltüberwachung, Studie zur Pestizid-Verbreitung durch die Luft für das Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft) zeigt, dass selbst dort, wo bewusst keine Pestizide zum Einsatz kommen, trotzdem mit einer hohen Belastung gerechnet werden muss. In den Jahren 2014 bis 2018 wurde festgestellt, dass Pflanzenschutzmittel allein schon über die Luft sehr weiträumig transportiert werden können. Selbst in Nationalparks wie dem Bayrischen Wald oder Harz, in denen landwirtschaftliche Nutzungen stark eingedämmt werden, finden sich unter anderem erhebliche Mengen Glyphosat in der Luft.

Das macht deutlich, dass kaum ein Bereich, mit dem wir tagtäglich in Berührung kommen, noch frei von jeglichen Umweltgiften ist.

Quelle Studie: http://tieminfo.de/, https://www.ackergifte-nein-danke.de/wp-content/uploads/2020/09/Studie_final_niedrig.pdf

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